UNO-Reform


(A/52/585)


Ðbermittlungsschreiben

14. Juli 1997

Herr Pr”sident,

Wie Sie wissen, habe ich, als ich das Amt des Generalsekret”rs antrat, eine gr¸ndliche Ðberpr¸fung der Aktivit”ten der Vereinten Nationen und der Art und Weise ihrer Durchf¸hrung in die Wege geleitet. Ziel dieser Ðberpr¸fung war es, die Frage zu beantworten, wie die Vereinten Nationen den Herausforderungen des neuen Jahrhunderts, und des neuen Milleniums, wirksamer und effizienter begegnen k–nnen. Ich freue mich, Ihnen und der Versammlung heute die meiner Auffassung nach tiefgreifendsten und weitreichendsten Reformen in der zweiundf¸nfzigj”hrigen Geschichte dieser Organisation vorlegen zu k–nnen. Sie finden sich in dem als Anlage beigef¸gten Bericht, der den Titel “Erneuerung der Vereinten Nationen: Ein Reformprogramm“ tr”gt.

Ich habe an meinen Vorstellungen von einer Reform nie Zweifel gelassen und diese stets konsequent um Ausdruck gebracht. Die Organisation bedarf einer wesentlichen Neustrukturierung, um den Anforderungen der internationalen Gemeinschaft besser gerecht werden zu k–nnen. Die Durchf¸hrung der erforderlichen Ver”nderungen wird auþerdem zu bedeutenden Steigerungen der Effizienz im administrativen Bereich f¸hren und so in vielen, wenn auch nicht in allen F”llen zu Einsparungen f¸hren. Diese Nettoeinsparungen aufgrund gesteigerter Effizienz sollten wiederum der vorrangigsten Priorit”t der Vereinten Nationen zugef¸hrt werden, n”mlich der Linderung der Armut und der Verbesserung der Zukunftsperspektiven der Entwicklungsl”nder. Die in dem beigef¸gten Bericht dargestellten Maþnahmen und Vorschl”ge spiegeln diese Leitlinien wider.

Die in dem Bericht enthaltenen Maþnahmen sind dreierlei Art. Erstens sind dies Maþnahmen, die ich selbst in die Hand nehmen kann und die ich auch angreifen werde; sie betreffen im wesentlichen die Organisation und das Management des Sekretariats und der Programme und Fonds. Ziel ist dabei nichts weniger als eine grundlegende Ÿnderung der F¸hrungs- und Managementstruktur der Organisation, damit sie mit gr–þerer Geschlossenheit in der Zielverfolgung, erh–hter Koh”renz ihrer Anstrengungen und gr–þerer Beweglichkeit an die Bew”ltigung der zahlreichen Herausforderungen herangehen kann, die sich den Vereinten Nationen stellen. Diese Maþnahmen sollen bei den Mitgliedstaaten zu einer Erneuerung des Vertrauens in die Relevanz und Wirksamkeit der Organisation f¸hren, die Moral der Mitarbeiter heben und sie mit neuem Engagement erf¸llen.

Der Erfolg dieses Reformprogramms erfordert ferner eine enge Partnerschaft und Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten. Sie sind es ja, von denen die Vereinten Nationen ihre Mandate erhalten und die sie mit Ressourcen ausstatten. Der Bericht enth”lt daher zweitens komplement”re Maþnahmen, die in die Zust”ndigkeit der Mitgliedstaaten fallen. Es wird dargelegt, wie die Vorgabe der strategischen Orientierungen f¸r die T”tigkeit der Organisation, die nur durch die Generalversammlung erfolgen kann verbessert werden kann, w”hrend dem Generalsekret”r das erforderliche Instrumentarium gegeben wird, um die Zielsetzungen der erteilten Mandate m–glichst wirksam erf¸llen zu k–nnen. Ich hoffe und vertraue darauf, daþ die Generalversammlung die in diesem Bericht enthaltenen Vorschl”ge auf ihrer zweiundf¸nfzigsten Tagung einer raschen und ernsthaften Pr¸fung unterziehen wird.

Drittens werden der Generalversammlung einige Vorschl”ge grundlegenderer Natur zur Pr¸fung vorgelegt, die langfristig in Angriff genommen werden k–nnten.

An dieser Stelle m–chte ich dem Exekutivkoordinator f¸r die Reform, Maurice Strong, und seinen kleinen, doch hochmotivierten Team meinen Dank und meine Anerkennung f¸r ihren wichtigen Beitrag zu den der Reformbem¸hungen aussprechen. Innerhalb von nur sechs Monaten und mit sehr begrenzten Ressourcen haben sie gewaltige Arbeit geleistet und bewiesen, daþ es m–glich ist, die Vereinten Nationen von innen heraus zu reformieren. Gleichzeitig m–chte ich den vielen anderen leitenden Mitarbeitern der Vereinten Nationen danken, insbesondere den Mitgliedern des Lenkungsausschusses f¸r die Reform, die so groþz¸gig ihre knapp bemessene Zeit zur Verf¸gung gestellt haben. Schlieþlich bin ich auch dankbar f¸r die wertvollen Vorschl”ge, die ich im Laufe des gesamten Prozesses von den Regierungen sowie von Institutionen und Einzelpersonen auþerhalb des Sekretariats erhalten habe, die sich alle in dem Wunsch einig sind, daþ die Vereinten Nationen auch im bevorstehenden Jahrhundert eine unverzichtbare Rolle spielen m–gen.

Genehmigen Sie, Herr Pr”sident, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.

Kofi A. Annan


Seiner Exzellenz
Dem Pr”sidenten der Generalversammlung der Vereinten Nationen



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