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Hinter geschlossenen Türen: Gewalt gegen Frauen


Die Statistiken sind alarmierend, die Ausbreitung global, die menschlichen Kosten erschütternd, aber dem Problem geschlechtsspezifischer Gewalt mangelt häufig die durchgängige Aufmerksamkeit der Medien, die sie verdient.

Das Thema

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein universelles Problem von epischen Ausmaßen. Aber die entstehenden menschlichen Folgen bleiben häufig unsichtbar. Mindestens eine von drei Frauen weltweit wurde geschlagen, zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder auf andere Weise missbraucht. Häufig kennen die Opfer die Täter.

Im Jahre 2002 bezeichnete der Europarat Gewalt gegen Frauen als dringende Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit und als ernstzunehmende Todes- und Invaliditätsursache von Frauen zwischen 16 und 44 Jahren. Ein Weltbankbericht schätzt, dass Gewalt gegen Frauen eine ebenso schwerwiegende Krankheitsursache ist, wie Verkehrsunfälle und Malaria zusammen genommen. Ein US-Bericht der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) aus dem Jahre 2003 schätzt, dass die Kosten durch Gewalt von Intimpartnern allein in den USA die Summe von 5,8 Milliarden US-Dollar übersteigt: 4,1 Milliarden US-Dollar entstehen dabei durch direkte medizinische Versorgung und fast 1,8 Milliarden US-Dollar durch Produktivitätsverluste.

Die menschlichen Folgen sind zum größten Teil unsichtbar. Angst und Scham hindern viele Frauen daran, über die Übergriffe zu sprechen, und gesammelte Daten sind oft ungenügend und inkonsistent. Sogar in Ländern, die sich relativen Friedens und Wohlstands erfreuen, leben viele Frauen ständig in Unsicherheit.


Die Fakten

  • Gewalt gegen Frauen tritt in allen Regionen und Ländern auf und vieles geschieht im Verborgenen. Die Polizei in Ländern rund um die Welt berichtet, dass viele Vergewaltigungsopfer das Verbrechen nicht anzeigen.
  • Häufig sind gerade die Länder, die von Gewaltvorfällen berichten, auch diejenigen, die am meisten dagegen unternehmen.
  • In der Dominikanischen Republik sind 40 bis 68 Prozent der Täter der aktuelle oder ehemalige Partner der Opfer. 50 Prozent der Familien in Georgien erleiden eine Form häuslicher Gewalt. In Indien werden jeden Tag 14 Frauen durch die Familie ihres Ehemannes ermordet.
  • Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahre 2002 lebten in Australien, Kanada, Israel, Südafrika und den USA 40 bis 70 Prozent der Frauen, die durch ihren Intimpartner getötet wurden, in der Regel in einer Partnerschaft, in der Missbrauch vorkam. Im Vereinigten Königreich werden gemäß der WHO 40 Prozent der weiblichen Opfer von Tötungsdelikten vom eigenen Ehemann oder Freund getötet.
  • In Schweden werden 70 Prozent aller Frauen Opfer von Gewalt oder sexueller Belästigung. In den Niederlanden werden jedes Jahr 200.000 Frauen Opfer von Gewalt durch ihren Intimpartner.
  • In Botswana werden sechs von zehn Frauen Opfer häuslicher Gewalt. In Moldavien erleiden 31 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahre sexuelle Gewalt.

Weitere Informationen:

Amt des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR)
Lucinda O’Hanlon, Assistant to the Special Rapporteur on violence against women, its causes and consequences, Tel: +41 22 917 9615, E-mail: lohanlon@ohchr.org
Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UNIFEM)
Nanette Braun, Communications Officer, Tel: +1 212 906 6829, E-mail: nanette.braun@undp.org; Leigh Pasqual, Media Officer, Tel: +1 212 906 5463, E-mail: leigh.pasqual@undp.org


Internetadressen:
UN Special Rapporteur on violence against women, its causes and consequences: http://www.ohchr.org/english/issues/women/rapporteur/
2003 report of the Special Rapporteur: Review of international, regional, and national developments in the area of violence against women:
http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/TestFrame/a9c6321593428acfc1256cef0038513e?Opendocument
United Nations Development Fund for Women (UNIFEM): http://www.unifem.org/campaigns/november25/issue.php
World Health Organisation (WHO):
World Report on Violence and Health: http://www.who.int/violence_injury_prevention/violence/world_report/en/
Multi-Country Study on Women’s Health and Domestic Violence against Women:
http://www.who.int/gender/violence/multicountry/en/
Sexual Violence Research Initiative: http://www.who.int/svri/en/
The economic dimensions of interpersonal violence: http://whqlibdoc.who.int/publications/2004/9241591609.pdf
UN Division on the Advancement of Women: http://www.un.org/womenwatch/daw/