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Somalia: Schritte zu einem brüchigen Frieden in einem zerstörten Land


Somalia hat die beste Gelegenheit auf Frieden seit 15 Jahren, da der Versöhnungsprozess jetzt in eine entscheidende Phase tritt und die UNO ihre humanitäre Hilfe erhöhen kann. Die prekäre Sicherheitslage macht dies aber zu einer großen Herausforderung und die meisten Medien ignorieren die Lage im Land.

Das Thema

Das Land, das die Berichterstattung vor einem Jahrzehnt als Symbol eines kollabierenden Staates dominierte, wird inzwischen kaum mehr von den Medien beachtet, obwohl die Nation vor entscheidenden Herausforderungen steht. Der momentane Versöhnungsprozess stellt Somalias beste Gelegenheit auf Frieden seit den neunziger Jahren dar.

Mit hohem Risiko versucht sich eine neue Exilregierung vom benachbarten Kenia aus zu formieren. Sie war während einer Nationalkonferenz durch den Hauptteil der rivalisierenden Interessengruppen gebildet worden.

Die bestehende Unsicherheit hat auch die Medienpräsenz sinken lassen. Größeres Medieninteresse kann aber auch zu steigender humanitärer Hilfe führen. Das Land wird von Dürre und Hungersnöten bedroht, außerdem gab es nach der Flutkatastrophe im Indischen Ozean im Dezember 2004 viele Tote in den Küstengebieten. Die Vereinten Nationen leisten humanitäre Hilfe und arbeiten daran, eine feste UNO-Präsenz im Land einzurichten, die den Versöhnungsprozess voranbringen kann. Sie soll den Somaliern dabei helfen, eine arbeitsfähige Regierung ins Amt zu bringen. Der Sicherheitsrat hat die Gründung einer nationalen Übergangsregierung begrüßt und forderte die internationale Gemeinschaft auf, politische und wirtschaftliche Unterstützung zu leisten.

Die Fakten

  • Somalia ist das einzige Land der Welt, das eine so lange Phase nach dem Zusammenbruch der bisherigen staatlichen Strukturen aushalten musste.
  • Während einer Fahrt durch das Land wurden kürzlich Vertreter der nationalen Übergangsregierung von der Bevölkerung freundlich empfangen. Sie trauten sich allerdings nicht in die Hauptstadt Mogadischu, die noch immer von bewaffneten Gangs beherrscht wird.
  • Somalia leidet noch immer unter Stammeskonflikten und wiederkehrenden Dürren. Im Land gelten 400.000 Menschen als Vertriebene, weitere 800.000 sind Kriegsheimkehrer.
  • Obwohl Regenfälle kürzlich zu einer Verbesserung der Situation führten, haben vier Dürrejahre die Viehbestände massiv reduziert. Insgesamt hat die Dürre zu hoher Verschuldung und wirtschaftlicher Stagnation geführt.
  • Somalia ist eines der ärmsten Länder der Erde, hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten und viele Menschen leiden an Unterernährung.
  • Nach Angaben von UNO-Mitarbeitern muss vor allem die Wasser-, Sanitär- und Gesundheitsversorgung verbessert werden. Dabei muss vor allem den verletzlichsten Gruppen geholfen werden – den Vertriebenen, Kriegsheimkehrern und Angehörigen von Minderheiten, die insgesamt 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Weitere Informationen:

UN Political Office for Somalia, Nairobi: Babafemi Badejo, Officer-in-Charge, Tel: (tie line): +1 212 963 3085 or 3096; +254 2 622 695; E-mail: babafemi.badejo@unon.org
UN Department of Political Affairs (DPA): Haile Menkerios, Director, Africa I Division, Tel: +1 212 963 0239, E-mail: menkeriosh@un.org; Rehana Ahmad-Haque, Desk Officer for Somalia, Tel: +1 212 963 2502, E-mail: haque@un.org
UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA): Stephanie Bunker, Spokesperson (New York),Tel: +1 917 367 5126, E-mail: bunker@un.org; Amanda Di Lorenzo, Public Information Officer (Somalia), Tel: +254 734 210102, E-mail: dilorenzoa@un.org

Internetadressen:

UN News Service: http://www.un.org/news
ReliefWeb : http://www.reliefweb.int.